Sommer 2019, Tag 20: Volkach bis Lichtenfels, am Main entlang (140 km)

7:00 Uhr, der Wecker schnellt. Ich ignoriere ihn. Wie immer. Ab 7:30 Uhr kann ich ihn nicht mehr ignorieren. Ich stehe auf, Taste mein Zelt ab (außen trocken, von innen nicht) und gehe zum Zähne putzen.

Das Zelt abbauen ist inzwischen zur Routine geworden. Ich trockne das Außenzelt von innen gut ab und brauche es so nicht auseinander nehmen.

Mein Ziel heute ist Lichtenfels. Ich komme gut voran, lande zwischendurch mal wieder unerwartet auf einer Fähre.

Gegen 11 Uhr sitze ich in Schweinfurt auf dem Marktplatz und esse zwei Laugenstangen. Dabei komme ich mit zwei Schweinfurter Rentnern (?) ins Gespräch. Wir unterhalten uns über meine Tour, mein Fahrrad, Touren von anderen Radfahrern. Beide Gesprächspartner meinen, ich solle auf keinen Fall abbrechen.

Dann geht es weiter. Der nächste größere Ort ist Haßfurt. Oft geht es in Sichtweite der Mosel entlang. Aber nicht immer.

Kurz vor Bamberg erwartet mich ein kurzer Regenguss. Meine Klamotten trocknen zwar sehr schnell und ich habe auch eine gute Regenjacke dabei. Aber ich stelle mich lieber unter.

Dann erreiche ich die Aufspaltung in den Main und den Main-Donau-Kanal (eigentlich ist es ja eher das Zusammentreffen der beiden).

Außerdem fließt hier die Regnitz in den Main.

Ich folge der Regnitz hinein nach Bamberg und halte mich in der UNESCO – Weltkulturerbe – Stadt einige Zeit auf.

Klein-Venedig in Bamberg
Rosengarten

Nach einer guten Stunde ging es dann weiter. Bis Lichtenfels habe ich noch 45 Kilometer. Und 3 Stunden Zeit. Das sollte klappen. (Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es hier auf dem Campingplatz ähnlich locker gehandhabt wird, wie in Schottland: wer zu spät kommt, baut sein Zelt einfach auf und zahlt am nächsten Morgen.)

Der Main ist jetzt nur noch ein Schatten seiner selbst. Aber ein schöner Schatten. Böse Zungen behaupten, dass der Main zwischen Bamberg und Mainz kein Fluss sei, sondern nur eine Ansammlung an Stauseen. Anders wäre er nicht beschiffbar.

Von der Quelle bis Bamberg wird der Main nicht gestaut. Dort ist er ein beinahe schmaler, gemütlicher Fluss. Nachteil:der Mainradweg führt selten in der Nähe des Namemsgebers lang, sondern bewegt sich immer rechts und links von ihm durch die Ortschaften.

Um 19:25 Uhr erreiche ich einen supergünstigen und traumhaften Campingplatz direkt am Main. Mein Zelt steht in der ersten Reihe und ich sitze wenig später am Ufer, telefoniere und koche mir Nudeln.