Schottland, Tag 16: Regen und schöneres Wasser 

  • ANMERKUNG: Aus irgendwelchen Gründen hat die App hier Aufzählungspunkte gesetzt. Nicht dran stören, ich nehme sie demnächst raus. 
  • Okay, Regen hört sich jetzt sehr dramatisch an. Der Tag war sogar größtenteils trocken. Aber die letzte Nacht war so verregnet, dass der gestern Abend noch recht gute Boden des Campingplatzes heute morgen merklich Wasser aufgenommen hatte. Dementsprechend nass war das Zelt auch. Auch die Rettungsfolie, die ich immer unter dem Innenzelt liegen habe, hatte keine Chance und war komplett feucht. Entsprechend gründlich musste ich das Zelt trockenputzen. Schließlich soll es noch einige Jahre halten. (Zitat Andrea: „wir haben lange genug drauf gewartet.“) 
  • Zu allem Überfluss war mir am Abend vorher noch eine Metallschelle des rechten Lowriders wieder gerissen. Da hatte ich aber in Stirling vorgesorgt und gleich passende Ersatzteile mitgenommen. 🙂 
  • Zum Glück hatte ich am Abend vorher die Bitte im Toilettenraum des Campingplatzes ignoriert, dass wir unsere Sachen nicht im Raum liegen lassen sollten. Alles, inkl. der Handtücher war schön trocken. So gelang mir das Putzen des Zeltes – um 10 Uhr fing ich an, mich den Hügel um die Südspitze Juras herumzuquälen. Mit hoher Geschwindigkeit hätte ich wahrscheinlich auch die Fähre um 10:30 bekommen. Wie immer in diesem Urlaub fotografierte ich zwischendurch und schaute mir die Gegend an – um 11 Uhr, pünktlich zur nächsten ferry war ich am Anleger. 
  • Die Fähre brachte mich von Jura rüber nach Islay. In Port Askaig ging ich an Land. (Achtung, Insider für Piper: wenn man in Port Askaig an Land geht und nicht Islay verlässt, muss man dann den entsprechenden Marsch „Leaving Port Askaig“ rückwärts spielen? 🙂 ) 
  • Port Askaig, eine Hafenstadt mit einem eigenen Pipe-Marsch, hätte ich mir allerdings etwas größer vorgestellt. 
  • Geplant war auf Islay ein Abstecher zur Westside und anschließend um 15:30 eine Führung durch die Laphroaig-Destillerie. Da es wegen des Putzen des Zeltes schon eng wurde, strich ich die Westküste und fuhr direkt Richtung Bowmore. Unterwegs begegneten mir schon ein paar Destillerien, wie z. B. Caol Ila. 
  • Von Bowmore ging es schnell durchs Inland weiter Richtung Port Ellen. Port Ellen ignorierte ich aber erst einmal, denn auf dem Rückweg zum Campingplatz würde ich dort noch einmal vorbeischauen. 
  • Schließlich erreichte ich so Laphroaig, nur um zu erfahren, dass die 15:30 – Führung schon voll sei. Enttäuscht wollte ich mich abwenden, erzählte der Frau noch, dass ich wegen meiner Fahrradtour nicht vorbuchen wollte – da sagte sie „10 Pounds, please“. Danke fürs Mitnehmen. Als Gegenleistung habe ich dann bei de Tour aufgepasst, dass niemand zurück blieb. Das kann ich ja als Lehrer. 🙂 
  • Die Führung war sehr informativ. Da derzeit die „Silent Time“ in Laphroaig ist, in der Maintenance – Arbeiten durchgeführt werden, konnten wir sogar auf den Malting Floor und in den Drying Kiln gehen, die normalerweise nicht besucht werden können. Da liegt ja sonst der Whisky-Grundstoff herum. 🙂 

Nach der Führung konnten wir noch ein – drei Drams Laphroaig probieren. Da ich noch fahren musste, entschied ich mich für ein Gläschen. Einen guten Laphroaig Lore, der nur in der UK und an ausgewählten Orten zu haben sei. Er war lecker. Nicht so hart, wie ich Laphroaig gewohnt bin (fand ich), aber lecker. 

Ein kleines Fläschchen Laphroaig Cairdeas 2017 wanderte noch für den Abend in meinen Besitz, dann ging es weiter. Ich wollte zumindest von außen noch Lagavulin und Ardbeg in Augenschein nehmen, die in der Nähe lagen. Schließlich, in Ardbeg, drehte ich und fuhr zurück nach Port Ellen. Das Calmac – Büro hatte schon geschlossen, ich telefonierte daher aufgrund meiner Erfahrungen von Jura noch kurz mit Andrea und meinen Eltern, nahm Vorräte auf und dann ging es weiter zur Kintra – Farm in der Islay-Bucht auf den Campingplatz. 

Sie Rezeption war schon geschlossen, Am kommenden Tag sollte sie erst nach meiner Abreise öffnen – hilfreiche Nachbarn nahmen aber mein Geld und versprachen, für mich zu bezahlen. Wir fachsimpelten noch lange über Skye, wo sie als nächstes hinwollten. Das führte leider dazu, dass ich Andrea an dem Abend nur noch kurz erreichen konnte. Nach dem Laphroaig Cairdeas fielen auch mir die Augen zu, um 5 Uhr geht der Wecker, damit ich um 7 Uhr auf der Fähre sitze. 

… 

Jetzt ist es Freitag morgen um 8 Uhr, das Wetter hat heute morgen perfekt mitgespielt und ich habe die Fähre erreicht. Nach einem leckeren englischen Frühstück (dass ich das mal sagen würde) schaue ich über die Reling auf die vorbeieilendem Inseln Islay und Jura und denke mir, was es wohl aus einem Menschen macht, wenn man in so einer kleinen, abgeschlossenen Gemeinschaft wie Jura aufwächst. Wäre das etwa für mich gewesen? Oder hätte mir was gefehlt. 

Resümee übrigens noch zu den beiden Inseln: Jura fand ich schöner, Islay erinnerte mich oft an die Paderborner Hochebene, von der Art her. Aber die Destillerien und auch de Campingplatz direkt am Strand war nicht schlecht. 

Heute Abend in Oban muss ich mir überlegen, ob ich morgen über die äußeren Hebriden nach Skye fahre (dann hätte ich morgen einen erholsamen Tag mit gut 15 Kilometern auf Barra, oder ob ich mich direkt über Mallaig auf Skye halte. Dann hätte ich auf Skye einen Tag mehr Zeit. Die äußeren Hebriden wären auch nur ein Durchmarsch. Mal sehen. 

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So wie es aussieht, kann ich die Fotos nicht hochladen, mache ich aber später mal.