Tag 17: Kennacraig – Oban

„Des Lehrers nervigen Beinen, die titanengleich den luftigen Höhen entgegenstießen, das stählerne Pferd dem Pegasus gleich den elysischen Höhen entgegen treibend.“ So schrieb ein Bekannter von mir bei Facebook, wäre die heutige Passage in Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ geschildert worden. Ich kenne das Buch nicht, ich bezweifle auch, dass in dem Buch die Schilderung eine Schottland-Radtour Einzug hielt. Was ich weiß: dies war der längste Tag der Tour mit vollem Gepäck. Inkl. dem Weg auf Islay zur Fähre waren es fast 140 Kilometer mit beinahe 1000 Höhenmetern.

Der erste Teil der Strecke führt mich über 6 Kilometer vom Kintra-Farm-Camping zurück nach Port Ellen und dort auf die Ferry nach Kennacraig. Um 7 Uhr legt die Ferry ab, um 6:30 muss ich am Hafen sein. Daher schellt um 5 Uhr der Wecker am Handy. und um 5:02 Uhr. Und um 5:04 Uhr. Ich vertreibe den Schlaf aus meinem Kopf und streife den Quilt ab. Dieses Mal lausche ich nicht auf Regen. Ob Regen oder nicht – ich muss aufstehen, das Zelt zusammenpacken und losfahren. Die Taschen sind bereits soweit es geht gepackt. Das Wetter ist auf meiner Seite – es regnet nicht. Außerdem weht ein gut spürbarer Wind von Seeseite. Trocken ist das Zelt aber dennoch nicht. Das ist auch nicht schlimm. Mit inzwischen geübten Handgriffen trenne ich Innen- und Außenzelt, nachdem ich meine Sachen aus dem Zelt genommen habe. Gegen 6 Uhr ist fast alles auf dem Fahrrad verpackt. Ich halte noch kurz am Toilettenhaus, wo ich gestern im Duschraum Klamotten liegen gelassen hatte. Dann fahre ich über die Zufahrtsstraße zur Kintra-Farm zurück nach Port Ellen. Es ist inzwischen 6:05  Uhr – in 20 Minuten muss ich am Hafen sein. Der Weg ist nicht schwer zu fahren, es geht erst leicht bergan und dann wieder bergab, ich bin alleine auf dem Weg. Mit etwas über 20 km/h bewege ich mich auf Port Ellen zu – und erreiche um 6:25 Uhr den Hafen. Ich stelle mein Fahrrad am Schalter ab, trete ein und stehe in einer kurzen Schlange. Die Frau vor mir diskutiert einige Minuten mit der Frau hinterm Schalter und ich sehe schon die Fähre davonfahren. Ohne mich. Denn nach meiner Erfahrung kommen die Fahrräder in der Regel als erste Fahrzeuge an Bord. Das werde ich nicht mehr schaffen. Ich komme an die Reihe, sage „Ferry um 7 Uhr mit einem Fahrrad“ und erhalte mein Ticket. Okay, das sollte dann wohl doch gehen. Mit meinem Rad stelle ich mich am Anleger an und sehe, wie ein Auto nach dem anderen an Bord fährt. Dann signalisiert mir einer der Einweiser, dass ich auch kommen soll. Das Autodeck ist schon beinahe voll und der Weg zum Rad-Abstellplatz versperrt. Gemeinsam hieven wir mein Auto über die ein oder andere Anhängerkupplung. Zurücklassen will man mich nicht. Schließlich steht mein Rad an der angedachten Bordwand und ich binde es fest. Nun geht es hinauf ins Passagierdeck. Ich erkundige mich nach einer Möglichkeit, meine Akkus aufzuladen, da ich die letzten beiden Nächte keine Lademöglichkeit hatte und heute einen langen Weg vor mir habe. Im Büro des „Zahlmeisters“ kann ich meine Lade-Apparatur (ein 4-Fach-USB-Lader, 2 mobile Akkus) anschließen. Dann legen wir ab. Die Kantine an Bord macht auf und ich zwinge mich zur Auslage. „Scottish Breakfast“ steht dort. Ich hasse englisches und schottisches Frühstück. Alleine vom Geruch wird mir schlecht. Aber die Vernunft treibt es rein, da ich wie schon geschrieben eine Gewaltetappe vor mir habe. Daher gehe ich zur Essensausgabe, sage (auf Englisch), dass ich keine Ahnung hätte, was da vor mir liegt und lasse mich bei der Auswahl beraten. 

Ich bin sogar zufrieden. Es lässt sich essen und riecht nicht so … ungewöhnlich, wie meine Erinnerung meint. Nach dem Essen gehe ich an Deck und schaue in die Ferne. Wolken sind vorhanden, aber sie reißen immer wieder auf. Das Wetter stimmt mich optimistisch.

Schließlich fährt das Schiff ins „West Loch Tarbert“ hinein, ein westlich von Tarbert und westlich der Kintyre-Halbinsel gelegenes langgestrecktes Sea-Loch. Nach etwa 5 Kilometern im SeaLoch legt das Schiff in Kennacraig an. Das 2. Mal nach Port Askaig bin ich … irritiert. Ich hatte mir den zum Hafen gehörenden Ort größer vorgestellt. Aber: da war gar kein Ort.

Ich verlasse die Ferry und folge der A83, die aus dem Süden Kintyres kommend über Tarbert in Kintyre rüber nach Tarbet am Loch Lomond führt. Bis zum Loch Lomond will ich nicht fahren – aber ich folge der Straße weitestgehend bis nach Inverary am Loch Fyne.

Nach gut 40 Minuten auf der nicht besonders stark befahrenen A83 erreiche ich Tarbert. Kurz nach der Einfahrt begrüßt mich auf einer Erhöhung liegend die 1865 erbaute Kirche der „Church of Scotland“. Dann erreiche ich den Hafen.

An einer Kreuzung sehe ich ein Schild „Glasgow“. Ja, aber noch will ich dort nicht hin. Am Ufer und den anliegenden Häusern suche ich nach einer Bank, bevorzugt der Bank of Scotland. ich muss meinen Bargeld-Bestand mal wieder auffüllen. Außerdem will ich noch ein wenig surfen. Ich finde eine – direkt an der Kreuzung und Einfahrt zum Hafen. Dort war ich vorher schon vorbeigefahren, sie war aber leicht zu übersehen.

Es folgt die übliche Erfrischungspause. Cola Light, ein Schokoriegel. Dann verlasse ich Tarbert wieder über die A83. Es geht leicht einen Anstieg hoch, der mir nach wenigen hundert Metern aber noch einmal einen Blick über Tarbert erlaubt.

Immer wieder ducken sich am Wegesrand vereinzelt einsam stehende Wohnhäuser. Für ein Wochenende fände ich es sogar interessant, dort zu wohnen. Schön aussehen tun sie aber trotzdem. Schön ist auch der Blick über das Loch Fyne, der sich mir auf dem Weg von Tarbert nach Lochgilphead immer wieder bietet.

Nach gut 15 Kilometern biege ich vom Loch Fyne ab in ein Seiten-„Loch“, das Loch Gilp. 5 Kilometer weiter (ich habe jetzt knapp 30 Kilometer gefahren) liegt Lochgilphead, das Verwaltungszentrum von „Argyll and Bute“, dem Bezirk, in dem ich mich gerade befinde. Vergleichsweise klein (2300 Einwohner gibt es hier) liegt der 1790 gegründete Ort verkehrsgünstig an der Kreuzung der A816 (Richtung Oban) und der A83 (Richtung Inverary und Glasgow). Außerdem beginnt hier am Loch Gilp der Crinan Canal, an dem ich am Mittwoch schon entlanggefahren bin. 

Kurz vor der Einfahrt  nach Lochgilphead irritiert mich ein Schild an einer Brücke. „For Sale“ – scheinbar ist die Brücke zu verkaufen. Gute Idee, ich kaufe mir eine Brücke in Schottland. Oder war vielleicht doch eher das linker Hand gelegene Grundstück gemeint?

Am Ufer vom Loch Gilp, am Kopf des Loches, mache ich kurz Halt. Kurz vorher bin ich an einem Caravan Park vorbeigekommen. Bei meiner Recherche vor der Tour hatte ich ihn zwar gesehen. Ich hatte aber wegen des Namens „Caravan Park“ nicht mitbekommen, dass man dort auch zelten kann. Man kann es. Ich zelte hier aber nicht, sondern fahre nach dem Blick aufs Loch in den Ort hinein. Dort, im Ort, winkt mir ein Tourist zu. Irritiert bleibe ich stehen. „We’ve met us in Tayvallich two days before. Do you remember?“ Wir unterhalten uns kurz, er fragt mich, wie es auf Islay war und wünscht mir eine gute Weiterfahrt. Schottland scheint klein zu sein. (Wie klein Schottland wirklich ist, sollte ich am Sonntag auf Skye erfahren. 😉 )

Ich habe nun die Wahl zwischen der Küstenroute an der A83 entlang und einer Route, die auf den nächsten 9 Kilometern etwas Strecke abkürzt. Ich nehme die Abkürzung – und bereue es. Optisch ist es ganz schön anzusehen, ich fahre abseits der größeren Wege dahin. Aber es geht gut 200 Höhenmeter nach oben und die Wegbeschaffenheit ist eher unangenehm. Manchmal frage ich mich, was komoot eigentlich denkt, was ich hier mache. (Ja, ich könnte bei der Tourenplanung auch „Rennrad“ als Verkehrsmittel eingeben. Dann wäre ich nur auf richtigen Straßen unterwegs. Wobei: die Schotten würden wahrscheinlich auch hier mit ihrem Rennrad fahren.)

Für den Weg über den Hügel brauche ich fast eine Stunde.

Zurück auf der A83 komme ich wieder gut voran. Leicht oberhalb des Loch Fyne fahre ich dahin und genieße immer wieder den Blick aufs Loch.

Ich komme so gut voran, dass ich mich in Furnace (nach einer weiteren Stunde, in der ich doppelt so viele Kilometer geschafft habe, wie in der ersten Stunde seit Lochgiphead) dazu entscheide, auf der A83 zu bleiben. Es geht zwar wieder einen Anstieg hoch (und anschließend wieder runter), aber dafür habe ich eine gut ausgebaute Straße vor mir. Die Straße führt etwas vom Ufer weg. Alternativ hätte es auch einen kleineren Pfad am Ufer lang gegeben. ich entscheide mich aufgrund meiner vorherigen Erfahrung für die A83 und komme nach einem langgezogenen, aber nicht unangenehmen Anstieg oberhalb von Auchindrain vorbei. Auchindrain ist ein Freilichtmuseum. Man findet dort eine restaurierte Siedlung, die mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht. Höchstwahrscheinlich ist sie sogar noch älter. Seit 1937 lebte nur noch ein Bewohner hier, seit Anfang der 60er Jahre ist die Siedlung verlassen. 1971 wurde sie restauriert und in die B-Klasse der schottischen Denkmäler einsortiert. Inzwischen befindet sie sich in der A-Klasse … und auf meiner Besuchs-ToDo-Liste. Der Gedanke „Anhalten und Anschauen“ ist da. Aber es ist schon 14 Uhr durch und ich hatte noch nicht einmal die Hälfte meiner Kilometer heute geschafft. Halbzeit wäre in Inverary. Dort will ich halt machen.

Ein wenig habe ich die gewählte Route im Nachhinein doch bereut. Trotz des Vorbeifahrens an Auchindrain. Auf google konnte ich mir später zu Hause die Loch-Route anschauen. Schotter, okay. Aber flach und fast immer schön am Ufer lang. Sie ist aus meiner Sicht (vom Schreibtisch aus) auf jeden Fall auch zu empfehlen.

10 Kilometer und 30 Minuten später (es ging bergab) erreiche ich Inverary. „Geburtsort von Neil Munro“, so steht es am Ortsschild. Nie gehört. Muss ein Schriftsteller gewesen sein.

Viel interessanter ist Inverary für mich aus musikalischen Gründen. Denn hierher kommt die Inverary an District Pipe Band, eine der erfolgreichsten Pipe Bands der Welt.

Interessant finde ich (als Lehrer), dass die Pipeband 2003 von Stuart Liddell (nein, nicht der Maus) an der Inverary Primary School gegründet wurde. Vielleicht sollte ich sowas an meiner Schule im Altenautal auch mal versuchen. 😉

Wer etwas länger Zeit hat, sollte sich einmal den folgenden Film anschauen: „The Ascension of Inverary & District Pipe Band“. Schöner Film der Entstehung der Band.

Bei 1:46 befinden sich die jungen Musiker übrigens auf dem Schulhof unten rechts im Bild.

Ich fahre durch Inverary hindurch, halte Augen und Ohren offen. Okay, in knapp einer Woche sind in Glasgow die Weltmeisterschaften – aber vielleicht treibt sich die Band ja irgendwo hier rum und spielt sich warm. Schön wär’s.

Ich drehe eine Runde durch Inverary, sehe und höre aber nichts.

Dann komme ich am Turm der Kirche an und denke mir „Nimm dir die Zeit“. Ich stelle mein Fahrrad ab, bezwinge meine Höhenangst und besteige den Turm.

Oben auf dem Turm kann ich nicht nur einen Blick auf die Glocken werfen.

Draußen auf der Spitze bietet sich mir ein schöner Blick über das Loch Fyne und über Inverary.

Blick nach Norden
Blick nach Osten

Blick nach Süden (zur Primary School)Als ich oben auf dem Turm stehe, höre  ich Pipemusik. Lange nicht mehr gehört. Ich versuche, die Richtung auszumachen. Dann steige ich vom Turm runter und wende mich nach Norden. Nach wenigen Minuten finde ich den Piper. Es ist ein einsamer Piper, der für die Touristen spielt – nicht die Inverary and District Pipe Band. Ich nehme nicht an, dass es einer der aktiven World-Spieler der Band ist, schicke Andrea, dem wandelnden Pipe-Lexikon, aber einmal ein Foto. Sie erkennt ihn auch nicht.

Ich mache noch kurz Pause und surfe ein wenig an der „Visit-Scotland“-Filiale in Inverary, dann fahre ich wieder los. Inzwischen hat es mal wieder etwas geregnet. Hatte ich heute auch noch nicht. 😉

Vor mir liegt der härteste Teil des Tages. Nach vielen Kilometern am Loch Fyne entlang biege ich nun ab und fahre ca. 15 Kilometer bergan, aber nur auf 250 Höhenmeter rauf. Es sollte also eigentlich machbar sein. Am Ende des Anstiegs gibt es dafür eine Schussfahrt runter zum Loch Awe und anschließend geht es auch tendenziell bis Oban bergab.

Am Loch Awe angekommen mache ich 20 Kilometer und zwei Stunde (ich bin  gut in Fahrt, der Anstieg war aber auch nicht so schlimm, wie gedacht) und eine schöne Abfahrt später Halt am Ufer. Auf einer Landzunge vor mir liegt Kilchurn Castle. Es ist nur noch eine Ruine – wie so viele Castles in Schottland. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Castle nach einem Brand aufgegeben. Endgültig zusammen fiel es aber erst 1879. Es wurde Opfer der „drei Hexen“, die sich nicht nur verabredet hatten, um die Brücke am Tay zu zerstören. Auch Kilchurn Castle fiel ihnen (oder besser gesagt dem Sturm, der auch die Brücke am Tay zerstörte) zum Opfer.
Wieder juckt mich das „Anhalten“-Gefühl. Aber immer noch habe ich gut 40 Kilometer vor mir und es ist bereits nach 17 Uhr.

Also ziehe ich durch, trete in die Pedale, umfahre die Nordspitze des Loch Awe. Kurz vor der „Insel Conan“ liegt linker Hand ein wunderbarer Kirchen-Stil-Mix, die St. Conans Kirk. Ihr Erbauer Walter Douglas Campell zog gegen Ende des 19. Jahrhunderts in diesen, damals fast menschenleeren, Landstrich. Für seine Mutter, die mit ihm hierhin zog, erbaute er die ursprüngliche „St. Conans Kirk“ und erweiterte sie in den folgenden Jahren immer wieder. Dabei ließ er sich durch den Stilmix der schottischen Kirchen inspirieren und leiten. (Informationen zur Kirche gibt es unter http://www.stconanskirk.org.uk/ oder unter https://www.myhighlands.de/st-conans-kirk/.)

10 Kilometer hinter Kilchurn Castle erreiche ich den Ausfluss des Loch Awe in Richtung Loch Etivé. Ich folgen dem River Awe, vorbei an der Cruachan Power Station, einem Pumpspeicherkraftwerk, welches auch noch auf meiner ToDo-Liste steht. 

Schließlich erreiche ich wieder Taynuit. Wie ich weiß gibt es hier keinen Campingplatz. Leider. 110 Kilometer und fast 10 Stunden Fahrt liegen hinter mir. Immer wieder beginnt es zu regnen und ich habe keine Lust mehr. Für heute reicht es. Ich telefoniere wieder einmal mit dem Backpackers Plus in Oban. Schon mehrfach habe ich heute dort angerufen, um evtl. noch ein Bett zu bekommen. Es ist aber alles ausgebucht. Immer noch.

 

Während ich so in der Nähe des Loch Etivé langfahre und keine Lust mehr habe, versucht ein Regenbogen, mich aufzumuntern. Es gelingt ihm auch. Immerhin lässt der Regen auch nach.

Ich treffe schließlich wieder auf die Straße, die von Norden aus Richtung Oben führt. Den Abstecher nach Dunstaffnage Castle (wie am Montag) mache ich heute nicht. Gegen 20 Uhr erreiche ich so endlich nach 127 Kilometern wieder den Ort Oban.

Ich fahre noch einmal beim Backpackers Plus vorbei. Ohne Erfolg – es ist kein Zimmer mehr frei. Aber ich habe dennoch etwas Erfolg. Die Bedienung erinnert sich an mich und nimmt mir meine Powerbanks und meine usb-Ladestation ab, damit ich am nächsten Tag wieder volle Akku-Power habe. Wird auch mal wieder Zeit. Ich bedanke mich, fahre weiter zum Tesco Superstore und kaufe noch ein.

Dann geht die Fahrt weiter in den Süden von Oban. Dort  nach 133 Kilometern erreiche ich um 21 Uhr den Oban Caravan & Campingplatz. ich war hier schon einmal zusammen mit Andrea. Die Rezeption ist nicht mehr besetzt. Aber wie auf schottischen Campingplätzen üblich (okay, diese Aussage nehme ich am kommenden Mittwoch zurück) gibt es Hinweise und ein Gelände für „Late Arrivals“, wie ich es heute einer bin.
Ich schlage mein Zelt auf, stelle mein Fahrrad ab, mache mich etwas frisch und esse zu Abend. Das übliche – glaube ich. Irgendwas hatte ich mir zumindest bei meinem Abstecher in den Tesco Superstore geholt.

Während der Tag zur Nacht wird und ich noch ein wenig mit meinen Eltern und anschließend mit Andrea telefoniere, überlege und bespreche ich, wie es morgen weiter geht. Ich habe zwei Alternativen. Ich kann in Oban die Fähre rüber nach Barra zu den Äußeren Hebriden nehmen und diese hochfahren. Am Dienstag müsste ich dann von dort nach Uig auf Skye übersetzen. Auf Skye hätte ich dann einen Tag im Schnelldurchlauf, den Abends muss ich in Mallaig sein. Oder ich fahre mit der Fähre nach Mull, fahre von dort aus auf den nördlich von Mull gelegenen Landzipfel und anschließend weiter nach Skye. So würde ich am Sonntag Abend auf Skye ankommen und hätte 3 Tage Zeit auf dieser wunderschönen Insel. Eigentlich war meine Entscheidung schon länger klar – ich will nicht nur durchs Land hetzen. Also: morgen geht es rüber nach Mull.

Rückblickend muss ich an diesem Tag noch den ersten massiven Material-Verlust melden: mein Fahrradständer ist kaputt. Das Gepäck auf dem Rad war ihm im Endeffekt scheinbar doch zu viel.

Gute Nacht!