Schottland 2017, Tag 21: Danke, Skye 

Heute hatte es den Eindruck, als ob sich Skye für den feuchten Empfang am Sonntag bei mir entschuldigen wollte. Der Himmel über mir war… okay, nicht strahlend blau, aber sehr sonnig. In der Ferne konnte ich immer wieder Regenschauer runtergehen sehen,  bei mir nicht. Außerdem war mein Werkstatt-Besuch erfolgreich. Die Pedale sitzen wieder bombenfest. Bis Fort William am Donnerstag werden sie bestimmt halten. 

Durch Wetter und Pedale motiviert fuhr ich in Portree los und steuerte ich auf der Westumkehrung Skyes kurz vor Dunvegan den Nordwesten der Insel an. Vor Jahren hatten Andrea und ich dort einmal ein Piping Museum gesucht und nicht gefunden. Ich wollte noch einmal auf die Suche gehen. Das Boraig Piping Center war auch ausgeschildert, gefunden habe ich es trotzdem nicht. Das Gebäude, welches wir damals schon einmal im Auge hatten und welches ein Museum beherbergt (laut Aufschrift) war dauerhaft geschlossen. Allerdings fand ich in Boraig den Cairn, den Steinhaufen, der dort zu Pipers Ehren aufgebaut worden war. 

Bei der Rückfahrt blieb ich wie versteinert stehen. Wie ich schon geschrieben hatte – die Sicht war prima. Vor mir lagen die Cuillins. Also nicht direkt vor mir, immerhin waren sie gute 40 Kilometer oder so entfernt. Aber ragten so deutlich hinter Skyes Hügellandschaft auf, wie ich es noch nie gesehen habe. Genial. Das ist ein Eindruck, den man nie wieder vergessen kann. Ein Eindruck aber auch, der von einem Handy nicht aufgefangen werden kann. Leider. 

Aber telefonisch musste ich den Eindruck direkt mit Andrea und auch mit meinen Eltern teilen. 

Ich hoffe, dass auch B. mit seinem Motorrad den Blick gehabt hat. Bevor ich Richtung Nordwesten abgebogen war, hatten wir uns noch getroffen. Er auf seiner Inselumrundung, ich auf der Drittel-Umrundung. Gute Fahrt weiterhin. 

Ab Dunvegan wurde das Fahren schwieriger, denn Skye hatte beschlossen, mir noch etwas Gegenwind zu schenken. Danke. Meine Oberschenkel-Muskeln freuen sich. 🙂 Für morgen hätte ich auch gerne den Wind aus Norden für meinen Weg nach Süden. 

Nach Norden musste ich auch die letzten 20 Kilometer wieder fahren, nachdem ich an einer Abzweigung Richtung Uig ankam. 

Das dort stehende Hinweisschild war nach 85 Kilometern schon etwas deprimierend. „Portree, 5 Meilen“. Aber ich habe es ja so gewollt. 🙂 

Um 20:45, die untergehende Sonne beleuchtete schon die Wellen des Atlantiks, kam ich oberhalb der Hafenstadt Uig an. Uig, ein kleines Örtchen. Aber in der Bakur-Bar im Hafen pulsiert das Leben. 

In Windeseile baute ich mein Zelt auf, kochte mir Mackaroni und ging dann auf ein Skye Red und die Bakur-Bar. 

Dort stehe ich jetzt, genieße das Skye Red und überlege mir, ob ich es mir morgen leicht (100 km, Strecke direkt über Portree) oder schwer (130 Kilometer, über Quieraing) mache. Bis 19 Uhr muss ich an der Fähre in Mallaig sein. 

Macht euch noch einen schönen Abend. Ich habe ihn hier – in Uig auf Skye.

P. S. : Auch wenn ich dieses Mal keine Kilometer fresse – ich habe gerade mal nachgerechnet. Mitgeloggt hat Komoot jetzt 1949 Kilometer. Hinzu kämen ein paar sonstige Einkaufsfahrten. Ich wäre damit inzwischen bei ca. 1975 Kilometern. Morgen wird wieder ge-tripple-Nullt