Schottland 2017, Tag 20: Skye, eine schöner Rundfahrt,  ein doofer Fehler und ein bekanntes Problem 

Skye – die Insel im Nebel. Gestern machte sie ihrem Namen noch alle Ehre. Heute morgen merkte man nichts mehr davon. Es war wunderschöne Sicht auf die Cuilins. Nur um deren Spitzen wanderten ein paar Wolken. 

Ich hatte gestern auf Grund des Regens überlegt, wie es heute weitergehen sollte. Wegen des Regens hatte ich beschlossen, mein Zelt heute stehen zu lassen und eine kurze Runde über Skye zu drehen, bevor es morgen weiter geht. Ursprünglich geplant war eine Tour Nacht Talisker und Glen Brittle. Die Tour jetzt sollte mich nach Portree und von dort nach Talisker führen. 

Das Wetter war wunderschön, meine Klamotten aufgrund des Wäschetrockners am Campingplatz wieder trocken und so viel die Fahrt leicht. Ich fuhr die schon mehrmals mit dem Auto gefahrene Hauptstraße nach Portree und freute mich wieder über viele Eindrücke, die man im Auto nicht haben kann, weil man viel zu schnell ist. 

So kam ich gut in Portree an. Ich holte mir im Mini-Coop mein Mittagessen und im Outdoorladen neue Rettungsdecken. (Die nutze ich immer als Unterlage für das Zelt.) Beim VisitScotland-Büro nutze ich das offene WLAN, surfte etwas im Internet und machte Mittag. Und da geschah schon mein dummer Fehler. Ich dachte nicht mehr an meine Fahrradpanne von Samstag, denn es lief ja wieder alle gut. Die Pedale waren fest und stabil. Hätte ich mal im WLAN nach einem Fahrradladen geschaut. 

Nach einem kurzen Besuch bei der Bank of Scotland (bei der sich mein Handy spontan ins WLAN einwählte (wie heißt das nochmal: „Home is where my wifi connect automatically“)) und einer Einkaufspause beim großen Coop brach ich ins Hinterland von Portree auf. Die Strecke war ich mit dem Auto meines Wissens noch nie gefahren – und ich fand sie sehr schön. Vorbei ging es an sanften Hügeln, Schafen, einsam gelegenenden Häusern, Wasserfällen, Flüssen und im Hintergrund wachten aus der Ferne die Cuilins über die Szenerie. Der Anstieg, der naturgemäß kommen musste, wenn man sich dem Inneren der Insel näherte, viel gar nicht so schwer. (Naturgemäß, weil Skye an sich auch nur eine weitere schottische  Erhebung ist. Nur liegen die Skye umgebenenden „Glens“ unter dem Meeresspiegel.) 

Schließlich kam die Ostküste Skyes in Sicht. Ich hielt kurz an, um den Ausblick aus dem unter mir befindlichen Taleinschnitt heraus zur Küste zu bewundern (und natürlich ein Foto zu machen), da bemerkte ich es beim wieder aufsteigen. Meine Pedale wackelten wieder. Wie gewohnt drehte ich die Schraube wieder fester. 

Als die Pedale keine 3 Kilometer später wieder wackelten, überlegte ich mir, wo wohl der nächste Fahrradladen sein könnte. Zufällig hatte ich gerade etwa Handyempfang und konnte googeln. Das Ergebnis ließ mich fluchen – der nächste Fahrradladen lag 15 Kilometer hinter mir. Kurz überlegte ich umzudrehen. Aber wahrscheinlich hätte ich den Laden, er schloss um 17 Uhr, eh nicht mehr pünktlich erreicht. 

Also fuhr er ich weiter, lieh mir beim nächsten Haus eine Rohrzange aus und versuchte, die Schraube wieder festzudrehen. Es gelang mir zwar, aber ich hatte ein komisches Gefühl bei der Sache. 

An de nächsten Kreuzung ging es nach Talisker und Glen Brittle ab. Für 2 Kilometer folgte ich der Abzweigung, aber dann überwiegte mein Bauchgefühl und ich drehte um mit Kurs auf Sligachan und den Campingplatz. 

Da sitze ich nun, die Achse hatte sich weiter gelockert und morgen früh werde ich um 8:30 mit dem Bus nach Portree fahren. Das Fahrrad und mein Gepäck ist dabei – und anschließend kann ich hoffentlich mit einem reparierten Rad weiterfahren. Es fehlt ja nur eine Schraube. 

Heute Abend wird jetzt bei Regen gekocht (Macaroni mit Loyd Grossman „Tomato und Roasted Garlic“) und gleich geht es mit einem Schweizer Motorradfahrer auf ein Bier ins Sligachan-Hotel. Wir hatten uns schon auf Islay gesehen und hier wieder getroffen.