Ich komme mit dem Bloggen kaum hinterher… 

… Aber zum Glück ist ein ehemaliger Klassenkamerad von mir in den letzten Tagen auch für einen paar Tage in Schottland gewesen und hat darüber gebloggt. Als Social-Media-Profi kann Thorsten Ising das auch viel besser als ich. Ich möchte euch daher einmal seine Seite ans Herz legen, auf der er von seiner Reise berichtet. (www.ti-on.eu)

Ich selber habe mir wetter- und aufgabenbedingt heute noch frei genommen und halte mich in Glasgow auf. Den Vormittag werde ich u.a nutzen, um die letzten Tage noch zu verbloggen. Mittags gehe ich mit Andrea und Lukas hier in Glasgow essen und anschließend drehe ich eine kurze Runde zur Küste und zurück. Wieder mit leichtem Gepäck. Außerdem überlege ich mir, wie ich die Tour über Arran in einen Tag quetschen kann. Notfalls unter Zuhilfenahme der Bahn. 

Schottland 2017, Tag 23: Road from the Isles

Vom Rauschen der Wellen in der Bucht wurde ich wach. Wieder einmal nicht so früh, wie ich wollte. Aber früh genug.

Ich kroch aus dem Zelt heraus. Zufrieden stellte ich fest, dass ich das Zelt durch den Wind knochentrocken war. Zum dritten Mal während der Tour musste ich also das Außenzelt nicht im Netz auf die Tasche binden.

Nach einem kurzen Gespräch mit meinem Nachbarn packte ich das Zelt ein. Vor dem Aufbruch nahm ich noch ein kurzes Fußbad im Meer.

Dann ging es los. Im nahe gelegenen Örtchen Arisaig nutzte ich die „Local Facilities“ – ich putze mir die Zähne und frühstückte anschließend vorm Spar-Markt. Gemütlich ging es anschließend auf die Berg- und Talfahrt Richtung Glenfinnan. Ich hatte  einen Teil der Strecke am Sonntag schon gefahren, aber so hügelig kam es mir da nicht vor.
Am Loch Eilt drehte ich kurz um. Ein Blick auf die Komoot-Karte zeigte mir, dass ich gerade an einem Film-Spot vorbei gefahren sei. Ich schob mein Fahrrad von der Straße weg bis ans Ufer (durch den aufgeweichten Boden, da ich mein Fahrrad ohne Fahrradständer nicht mehr abstellen kann) und schaute irritiert auf die Insel. In welchem Film kam diese Insel vor?

Ich fuhr weiter.

Gegen 13 Uhr kam ich in Glenfinnan an. Links von mir zog der Glenfinnan-Viadukt dahin. Rechter Hand lag Loch Shiel mit dem Glenfinnan-Monument. Dazwischen lag das Glenfinnan-Besucherzentrum. Der Parkplatz war wegen Überfüllung gesperrt. Aber was stört mich das. Mein Fahrrad passt immer noch rein. 🙂

Mit gespaltenen Gefühlen ging ich um das leider gesperrte Monument herum. 1745 landete hier Bonnie Prince Charles, um sein Anrecht auf die britische Krone durchzusetzen. Aus verschiedenen Gründen war die Krone seiner Blutlinie abhanden gekommen. Nun wollte er sie wieder und versammelte in den kommenden 12 Monaten einige Clans zur Unterstützung um sich. Immer wieder kam es zu kleiner Scharmützeln mit der offiziellen Armee. In Culloden kam es 1746 zur entscheidenden Schlacht. Bonnie Prince Charles überlebte und konnte flüchten. Über 1500 seiner Anhänger kamen dabei ums Leben. Für das Ego von Bonnie Prince Charles.

Die Aussicht vom Hügel hinter dem Besucherzentrum auf Loch Shiel und auf den Viadukt war trotzdem schön. Kurz vor meiner Weiterfahrt kam Unruhe in die Besucher vor Ort. Der historische Zug sollte gleich über Harry Potters Viadukt fahren. DAS war mir dann doch egal. Der Viadukt war einige Meter entfernt, da war eh nicht viel zu erkennen.

Irritiert war ich dann doch, als der Zug schließlich (als ich schon gute 6 Kilometer weiter war) an mir vorbei fuhr.

Beim Loch Eil hätte ich fast die Abzweigung verpasst, da ich am Südufer langfahren wollte. Das Südufer war ruhiger und hatte mehr Schafe.

Auf dem Weg am Loch Linnhe entlang, in den das Loch Eil hineinfließt, überholte mich bei einer Pause eine junge Frau aus der Schweiz. Nachdem ich sie wieder eingeholt hatte, fuhren wir die nächsten 15 Kilometer bis zum Glencoe nebeneinander her. Sie imponierte mir gewaltig. Seit 20 Monaten war sie mit dem Fahrrad unterwegs, mit kurzen Unterbrechungen. Da kann man beinahe neidisch werden. Aber auch nur beinahe – den ich wäre wohl nicht bereit, mein bisheriges Leben für das Fahrrad fahren aufzugeben.

Gegen 19 Uhr kam ich im RedSquirrel-Campsite an, baute mein Zelt auf. Der Abend konnte kommen.

Schottland 2017, Tag 22: wieder zurück auf dem schottischen Festland [Update] 

Aufgewacht bin ich auf Skye, keine Sorge. Ich wollte früh aufstehen und loskommen, damit ich problemlos um 19 Uhr die Fähre von Armadale nach Mallaig noch erreichen könnte. Dann sollte das auch mit einem der Campingplätze südlich von Mallaig klappen. (Ich hatte mir da schon einen ausgesucht, für ein Zelt ist immer Platz, auch für Late-Arrivals. Wie sind ja in Schottland.)

Die Abfahrt verzögerte sich aber doch aus zwei Gründen. Zum einen kam ich vor der Abfahrt noch mit meinem Nachbarn (einem Motorradfahrer aus Kiel) in ein nettes Gespräch. Zum anderen führte mich, als ich gerade 100 Höhenmeter über Uig war, die ankommende Fähre zu dem Outer Hebrides in Versuchung. Ich hatte mich auch gerade entschieden, spontan zu sein und zur Fähre zurückzurollen, da begannen sie mit dem Beladen. Ich hatte also keine Chance mehr, an Bord zu kommen (Fahrräder gehen in der Regel als erste an Bord.) Aber was würde meine Mutter jetzt sagen: „Wer weiß, wofür es gut war.“

So fuhr ich wie geplant Richtung Osten und auf 200 Meter Höhe zum Quiraing-Massiv. Von Westen aus steigt es langsam und gemütlich an, zum Osten hin fällt das Massiv massiv ab.

Dort hatte ich Glück – das Wetter war wie am Vortag und dementsprechend war auch sie Sicht auf den Quieraing und auf die Küstenlandschaft.

 

Nach einiger Zeit gelang es mir, mich loszureißen. Nun kam ein Highlight der Tour, auf welches ich mich seit Jahren gefreut habe. Die kurze, enge Kurve vom Quieraing herab mit dem Fahrrad.

Schließlich auf der Hauptstraße angekommen wollte ich Gas geben. Aber der Blick zurück lenkte mich immer wieder ab. Als er mir dann doch gelang, musste ich schon wieder abbremsen. Denn ich war am Kilt Rock angekommen. Highlight dort ist der Wasserfall runter ins Meer. Beim letzten Mal war ich etwas enttäuscht von dem Rinnsal. Aber dieses Mal konnte man mit mehr Wasser rechnen. So war es auch. Beim Kilt Rock stand auch wieder mal ein Piper. In „freier Wildbahn“ hatte ich noch nicht viele gesehen. Er verstand aber was von seinem Instrument, würde ich als Drummer sagen.

Und wieder ging es weiter Richtung Süden. Die nächsten Unterbrechungen ließen aber nicht lange auf sich warten. Zum einen kam langsam aber sicher der „Old Man of Stor“ in Sicht. Zum anderen schenkte mir das Wetter einen traumhaften Blick auf die schottische Westküste – auf die Gegend, die ich vor gut 2 Wochen befahren hatte. (So lang ist das schon her? Manchmal habe ich den Eindruck, dass Fahrrad fahren die Zeit komprimiert.) Immer wieder schaute ich hinüber, versuchte bekannte und befahrene Orte zu finden.

Dann erreichte ich nach einer schnellen Abfahrt Portree. Wieder einmal. 🙂 Ich machte am üblichen kleinen Coop Halt, war noch nicht ganz angekommen, Die hielt mir eine Mutter mit zwei Kindern eine Packung Magnums hin, drückte mir ein Magnum in die Hand und meinte „wir haben zuviel“. DANKE für das Magnum.

Ich kaufte mir noch was zum Mittagessen und wollte mich dann wieder vor die Bank of Scotland zum Essen und Surfen stellen, als ich schon wieder Dudelsack-Musik hörte. In Portree waren Highland Games und auf dem zentralen Platz des Ortes spielte eine ganze Band. Dieses Mal waren daher sogar Drummer dabei. Schön so. 🙂

Nun musste ich mich langsam beeilen, denn um 19 Uhr sollte die letzte Fähre von Armadale Richtung Mallaig fahren. Ich trat in die Pedale, wobei ich immer (Okay, fast immer) den Hinweis von Fahrradladen in Portree beachtete und in den unteren Gängen fuhr, machte hier und Da noch Fotos von den Cuillins und schoss nach einer dreiviertel Stunde an Sligachan vorbei. Ich hielt mich weiter ran, Denn ich um spätestens 17:45 in Broadford sein wollte. Dort musste ich noch einkaufen und mir eine Portion Fish ’n Chips holen. Denn Skye ohne die leckeren u reichhaltigen Fish‘ n Chips in Broadford geht nicht. Es gibt sie in einer blauen Bude, wenn man von Westen nach Broadford reinkommt auf der rechten Seite. Kurz vor dem dem Coop. Die Zeit wurde knapp, aber wie gesagt: ohne geht nicht.

Einkaufen musste ich auch noch. Zur Feier der 2000 sollte es heute Abend auf dem Campingplatz Angusburger mit Kartöffelchen leckerem Arran Blonde.

Nun hieß es sprinten. Meine Komoot – Navi, deren Voraussagen immer sehr gut sind, meinte, dass ich noch 1 Stunde und 45 Minuten bis zum Anleger in Armadale brauchen würde. Es war 17:20, die Fähre fuhr um 19:10 Uhr ab. Die LETZTE Fähre. Zum Glück hatte mir ein Engländer heute schon den Pub in Armadale beschrieben und empfohlen. Der Abend war also gerettet. Optimistisch gab ich aber Gas und wechselte aufgrund der stellenweise sehr guten Straße nach Armadale auch oft (gegen den Rat des Fahrradladens in Portree) vorne auf das größte Zahnrad. Ich hatte nur drei Alternativen:

  1. Ich erwische die Fähre,  weil ich so dank der passenden Übersetzung schnell genug war.
  2. Ich erwische sie nicht,  weil ich ohne die passende Übersetzung zu langsam wäre.
  3. Ich erwische sie nicht, weil mir die Pedale abfallen.

Ich entschied mich also logischerweise für Alternative 1 – und konnte mit ansehen, wie komoot die voraussichtliche Ankunftszeit immer weiter nach vorne schob. On Armadale angekommen war es 18:40. Ich sollt die Fähre erwischen und konnte damit ganz beruhigt gegen 21 Uhr auf dem Campingplatz einrollen.

Auf der Fähre traf ich drei Radler. Sie waren meine ursprüngliche Tour gefahren. (Also von Oban aus nach Barra und dann über Uig /Skye zurück.) Die letzte Nacht waren sie in Sligachan gewesen und kamen am heutigen Morgen nur schlecht in Fahrt. Das selbstgebraute  Bier und der Whisky im Sligachan-Hotel waren aber auch zu lecker. Kann ich bestätigen.  Die drei zelteten in der Regel wild. Dank des „Jedermann-Rechtes“ in Schottland geht das auch meistens. Für mich wäre es aber nichts. Ich brauche abends meine warme Dusche auf dem Campingplatz.

Die Fähre erreicht Mallaig, ich orientierte mich kurz und fuhr dann los. 10 Kilometer trennten mich noch von dem kleinen Campingplatz, der am Ende einer schönen Bucht lag. Die Bucht war eine schöne, geschwungene Mischung aus Sandstrand und kleinen Gras-Flächen. Immer wieder standen an der Straße in Haltebuchten Wohnmobile, auf dem Strand standen Zelte….. 30 Minuten später stand mein Zelt auch dort. Warum? Wollte ich nicht eigentlich eine warme Dusche? Ja, aber der Verwalter des Campingplatzes wollte mich nicht mehr, weil ich nicht bis 20 Uhr da gewesen war. Außerdem wäre sein Platz voll. Diese Aussage konnte ich mit einem Blick über den Platz nicht wirklich bestätigen. Aber okay – 15 Pfund gespart. Und das Strand war eh viel schöner.

So ging der 2000-Kilometer-Tag zuende, mit leckerem Angus-Burger, leckeren Kartöffelchen, leckerem Arran Blonde und dem Schwelgen in Erinnerungen während ich vom Zelt aus in die Bucht hinein blickte.

Schottland 2017, Tag 22

Ich habe gestern einmal nachgerechnet. Mitgeloggt mit komoot habe ich 1949 Kilometer. Tatsächlich gefahren, (inklusive der Touren in Stirling) bereits 1980 Kilometer. 

Ich werde daher entweder heute oben auf dem Quieraing (in 20 Kilometern) oder in Portree die 2000 Kilometer vollmachen. Es geht mir zwar nicht um Kilometer, aber das ist schon schön. 

Heute geht es zuerst auf gut 300 Meter hoch Richtung Osten. Ich will auf der Anhöhe beim Quiraing-Massiv stehen. Von dort aus wende ich mich gen Süden, fahre am Kilt – Rock vorbei, an Portree, an Sligachan, esse mir in Broadford die besten Fish ’n Chips, die ich kenne und erreiche hoffentlich bis 19 Uhr Mallaig, damit ich dort die Fahrt bekomme. 

Wenn es eng aussieht muss ich von Broadford aus wieder auf Dornie fahren. Das möchte ich aber eigentlich nicht. 

Deshalb geht es jetzt auch los. 

Schottland 2017, Tag 21: Danke, Skye 

Heute hatte es den Eindruck, als ob sich Skye für den feuchten Empfang am Sonntag bei mir entschuldigen wollte. Der Himmel über mir war… okay, nicht strahlend blau, aber sehr sonnig. In der Ferne konnte ich immer wieder Regenschauer runtergehen sehen,  bei mir nicht. Außerdem war mein Werkstatt-Besuch erfolgreich. Die Pedale sitzen wieder bombenfest. Bis Fort William am Donnerstag werden sie bestimmt halten. 

Durch Wetter und Pedale motiviert fuhr ich in Portree los und steuerte ich auf der Westumkehrung Skyes kurz vor Dunvegan den Nordwesten der Insel an. Vor Jahren hatten Andrea und ich dort einmal ein Piping Museum gesucht und nicht gefunden. Ich wollte noch einmal auf die Suche gehen. Das Boraig Piping Center war auch ausgeschildert, gefunden habe ich es trotzdem nicht. Das Gebäude, welches wir damals schon einmal im Auge hatten und welches ein Museum beherbergt (laut Aufschrift) war dauerhaft geschlossen. Allerdings fand ich in Boraig den Cairn, den Steinhaufen, der dort zu Pipers Ehren aufgebaut worden war. 

Bei der Rückfahrt blieb ich wie versteinert stehen. Wie ich schon geschrieben hatte – die Sicht war prima. Vor mir lagen die Cuillins. Also nicht direkt vor mir, immerhin waren sie gute 40 Kilometer oder so entfernt. Aber ragten so deutlich hinter Skyes Hügellandschaft auf, wie ich es noch nie gesehen habe. Genial. Das ist ein Eindruck, den man nie wieder vergessen kann. Ein Eindruck aber auch, der von einem Handy nicht aufgefangen werden kann. Leider. 

Aber telefonisch musste ich den Eindruck direkt mit Andrea und auch mit meinen Eltern teilen. 

Ich hoffe, dass auch B. mit seinem Motorrad den Blick gehabt hat. Bevor ich Richtung Nordwesten abgebogen war, hatten wir uns noch getroffen. Er auf seiner Inselumrundung, ich auf der Drittel-Umrundung. Gute Fahrt weiterhin. 

Ab Dunvegan wurde das Fahren schwieriger, denn Skye hatte beschlossen, mir noch etwas Gegenwind zu schenken. Danke. Meine Oberschenkel-Muskeln freuen sich. 🙂 Für morgen hätte ich auch gerne den Wind aus Norden für meinen Weg nach Süden. 

Nach Norden musste ich auch die letzten 20 Kilometer wieder fahren, nachdem ich an einer Abzweigung Richtung Uig ankam. 

Das dort stehende Hinweisschild war nach 85 Kilometern schon etwas deprimierend. „Portree, 5 Meilen“. Aber ich habe es ja so gewollt. 🙂 

Um 20:45, die untergehende Sonne beleuchtete schon die Wellen des Atlantiks, kam ich oberhalb der Hafenstadt Uig an. Uig, ein kleines Örtchen. Aber in der Bakur-Bar im Hafen pulsiert das Leben. 

In Windeseile baute ich mein Zelt auf, kochte mir Mackaroni und ging dann auf ein Skye Red und die Bakur-Bar. 

Dort stehe ich jetzt, genieße das Skye Red und überlege mir, ob ich es mir morgen leicht (100 km, Strecke direkt über Portree) oder schwer (130 Kilometer, über Quieraing) mache. Bis 19 Uhr muss ich an der Fähre in Mallaig sein. 

Macht euch noch einen schönen Abend. Ich habe ihn hier – in Uig auf Skye.

P. S. : Auch wenn ich dieses Mal keine Kilometer fresse – ich habe gerade mal nachgerechnet. Mitgeloggt hat Komoot jetzt 1949 Kilometer. Hinzu kämen ein paar sonstige Einkaufsfahrten. Ich wäre damit inzwischen bei ca. 1975 Kilometern. Morgen wird wieder ge-tripple-Nullt 

Schottland 2017, Tag 21: Fahrradwerkstatt 

Wie gestern geschrieben, ich musste heute in die Werkstatt. Das Problem vom Samstag wurde langsam zu nervig. 

Mit dem Bus ging es problemlos nach Portree, in dem Fahrradladen nahm der Inhaber meine Pedale etc ab, bekam eine Schrecken, wie das Innengewinde im Rahmen aussah. Nach dem Putzen war er aber doch beruhigter, setzte alles wieder zusammen und drehte die Schrauben fest. Gefehlt hat nichts. 

Er meinte noch, ich solle vorsichtig treten, dann würde es schon bis Fort William halten – da ist in 2 Tagen der nächste Fahrradladen. 🙂 

P. S. : Vielleicht sollte ich mir einfach das Werkzeug besorgen. 🙂 Jetzt esse ich mir bei gefühlten 25 Grad (sind aber eher 15) ein irn Bru Eis, trinke eine Cola und fahre auf die Westrunde. 

Schottland 2017, Tag 20: Skye, eine schöner Rundfahrt,  ein doofer Fehler und ein bekanntes Problem 

Skye – die Insel im Nebel. Gestern machte sie ihrem Namen noch alle Ehre. Heute morgen merkte man nichts mehr davon. Es war wunderschöne Sicht auf die Cuilins. Nur um deren Spitzen wanderten ein paar Wolken. 

Ich hatte gestern auf Grund des Regens überlegt, wie es heute weitergehen sollte. Wegen des Regens hatte ich beschlossen, mein Zelt heute stehen zu lassen und eine kurze Runde über Skye zu drehen, bevor es morgen weiter geht. Ursprünglich geplant war eine Tour Nacht Talisker und Glen Brittle. Die Tour jetzt sollte mich nach Portree und von dort nach Talisker führen. 

Das Wetter war wunderschön, meine Klamotten aufgrund des Wäschetrockners am Campingplatz wieder trocken und so viel die Fahrt leicht. Ich fuhr die schon mehrmals mit dem Auto gefahrene Hauptstraße nach Portree und freute mich wieder über viele Eindrücke, die man im Auto nicht haben kann, weil man viel zu schnell ist. 

So kam ich gut in Portree an. Ich holte mir im Mini-Coop mein Mittagessen und im Outdoorladen neue Rettungsdecken. (Die nutze ich immer als Unterlage für das Zelt.) Beim VisitScotland-Büro nutze ich das offene WLAN, surfte etwas im Internet und machte Mittag. Und da geschah schon mein dummer Fehler. Ich dachte nicht mehr an meine Fahrradpanne von Samstag, denn es lief ja wieder alle gut. Die Pedale waren fest und stabil. Hätte ich mal im WLAN nach einem Fahrradladen geschaut. 

Nach einem kurzen Besuch bei der Bank of Scotland (bei der sich mein Handy spontan ins WLAN einwählte (wie heißt das nochmal: „Home is where my wifi connect automatically“)) und einer Einkaufspause beim großen Coop brach ich ins Hinterland von Portree auf. Die Strecke war ich mit dem Auto meines Wissens noch nie gefahren – und ich fand sie sehr schön. Vorbei ging es an sanften Hügeln, Schafen, einsam gelegenenden Häusern, Wasserfällen, Flüssen und im Hintergrund wachten aus der Ferne die Cuilins über die Szenerie. Der Anstieg, der naturgemäß kommen musste, wenn man sich dem Inneren der Insel näherte, viel gar nicht so schwer. (Naturgemäß, weil Skye an sich auch nur eine weitere schottische  Erhebung ist. Nur liegen die Skye umgebenenden „Glens“ unter dem Meeresspiegel.) 

Schließlich kam die Ostküste Skyes in Sicht. Ich hielt kurz an, um den Ausblick aus dem unter mir befindlichen Taleinschnitt heraus zur Küste zu bewundern (und natürlich ein Foto zu machen), da bemerkte ich es beim wieder aufsteigen. Meine Pedale wackelten wieder. Wie gewohnt drehte ich die Schraube wieder fester. 

Als die Pedale keine 3 Kilometer später wieder wackelten, überlegte ich mir, wo wohl der nächste Fahrradladen sein könnte. Zufällig hatte ich gerade etwa Handyempfang und konnte googeln. Das Ergebnis ließ mich fluchen – der nächste Fahrradladen lag 15 Kilometer hinter mir. Kurz überlegte ich umzudrehen. Aber wahrscheinlich hätte ich den Laden, er schloss um 17 Uhr, eh nicht mehr pünktlich erreicht. 

Also fuhr er ich weiter, lieh mir beim nächsten Haus eine Rohrzange aus und versuchte, die Schraube wieder festzudrehen. Es gelang mir zwar, aber ich hatte ein komisches Gefühl bei der Sache. 

An de nächsten Kreuzung ging es nach Talisker und Glen Brittle ab. Für 2 Kilometer folgte ich der Abzweigung, aber dann überwiegte mein Bauchgefühl und ich drehte um mit Kurs auf Sligachan und den Campingplatz. 

Da sitze ich nun, die Achse hatte sich weiter gelockert und morgen früh werde ich um 8:30 mit dem Bus nach Portree fahren. Das Fahrrad und mein Gepäck ist dabei – und anschließend kann ich hoffentlich mit einem reparierten Rad weiterfahren. Es fehlt ja nur eine Schraube. 

Heute Abend wird jetzt bei Regen gekocht (Macaroni mit Loyd Grossman „Tomato und Roasted Garlic“) und gleich geht es mit einem Schweizer Motorradfahrer auf ein Bier ins Sligachan-Hotel. Wir hatten uns schon auf Islay gesehen und hier wieder getroffen. 

Schottland 2017, Tag 20: Skye

Als Belohnung für den halben Regentag gestern, weil heute der 20. Tag meiner Reise ist und damit das Zelt in Wind mal wieder richtig durchtrocknen kann drehe ich heute eine kurze Runde über Skye. Sligachan – Portree – Talisker – Sligachan. Das ganze wieder mit minimalem Gepäck. Richtig weiter gen Uig auf Skye geht es morgen er wieder. 

Schottland 2017, Tag 19: auf dem Weg zur Insel im Nebel 

Die Tasche hält derzeit, die Pedalen auch, die Stimmung auch. Derzeit fahre ich aber trotzdem nicht, sondern ich sitze im Hafen von Mallaig auf der Fähre nach Armadale auf Skye, kye. In 5 Minuten geht es los. Wie so oft regnet es, aber auf der Fähre sitze ich im Warmen. 🙂 

Derzeit läuft es, wie gesagt. Gestern hatte ich nach 64 Kilometern schon abgebrochen. Heute habe ich noch mindestens 23 vor mir. Hoffentlich kann mich der Campingplatz noch aufnehmen. Ansonsten muss ich 30 Kilometer weiter fahren (bis Sligachan) oder ich campe wild. Mal schauen.  

Hier eben die Kurzfassung, da ich am telefonieren bin und meine Stunde Internet in der Bar in Sligachan gleich abläuft: ich bin bis Sligachan durchgezogen, allerdings im wunderschönen Regen. 🙂 

Gerade habe ich beschlossen, dass morgen eine kurze Runde über Portree und Talisker anliegt. Mein Zelt und miene Sachen bleiben hier in Sligachan am Campingplatz. 

Vielleicht schreibe ich nachher noch mehr. 🙂 

Schottland 2017, Tag 18: Den Tag kann man streichen. 

Den Tag gestern könnte man eigentlich streichen. Da ich heute wieder richtig los möchte, nur in Kürze. 

Ich hatte mich für die Tour über Mull Richtung Mallaig entschieden und die äußeren Hebriden im Endeffekt außen vor gelassen. 

Spontan fuhr ich dann aber mit der Fähre von Mull aus nach Lochindale, um in Ardanachum zum Campingplatz zu kommen. Es waren gute 80 Kilometer, 25 davon musste ich am kommenden Tag wieder zurück fahren, um Richtung Mallaig weiterzukommen. 

Kurz nach der Fähre wackelten meine Pedale. Ich konferierte kurz mit Andrea zu Hause, drehte eine innenliegende Schraube etwa fest und entschied mich dazu, 20 Kilometer später an einer Abzweigung, die Richtung Fort William (mit Fahrrradwerkstätten) führte, eine Entscheidung zu fällen. Angeschraubt ging es wieder recht gut. Aus Sicherheitsgründen schrieb ich über Facebook Yvonne an. Yvonne arbeitet bei Löckenhoff in Paderborn, einem großen und sehr guten Fahrradladen. Spontan holte sie einen Kollegen aus der Werkstatt und rief mich zurück. Wir besprachen die Situation – es fehlte scheinbar eine innen liegende Schraube. Die sollte ich ersetzen, dann wäre es wieder stabil. Oder ich müsste alle x Kilometer die Schraube wieder festdrehen. 

Mit der Information (Danke, Löckenhoff) im Rücken entschied ich mich, die Tour normal fortzusetzen. 

30 Kilometer später… riss mir wieder einer der Metallringe am Frontroller. Ich ersetzte ihn, nahm mir vor, dass nach der Reise eine Stargabel mit Bohrlöchern für den Frontroller ans Fahrrad kommt – und freute mich über die Info zweier deutscher Radreisender, die mich überholten und mir sagten, dass in 10 Kilometern ein Campingplatz käme. Da bin ich geblieben – ich hatte heute keine Lust mehr. 

Vorteil: der Campingplatz lag sehr schön und ich muss jetzt auch nicht zurück fahren, sondern biege in gut 5 Kilometer an die Westküste Richtung Mallaig und Skye ab. Wenn das Fahrrad hält. 🙂